Mutlangen erinnert an fünf Jahre UN-Atomwaffenverbotsvertrag
Mit einer würdevollen Gedenkfeier haben die Gemeinde Mutlangen und die Friedensinitiative Pressehütte Mutlangen an den fünften Jahrestag des Inkrafttretens des UN-Atomwaffenverbotsvertrags erinnert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen das gemeinsame Erinnern an die Geschichte des Ortes sowie das Aufmerksam-machen auf die aktuellen Herausforderungen der internationalen Friedens- und Abrüstungspolitik.
Bürgermeisterin Stephanie Eßwein verwies in ihrem Grußwort auf die besondere Bedeutung Mutlangens. Mit der Stationierung der Pershing-II-Raketen war die Gemeinde in den 1980er-Jahren ein Brennpunkt globaler atomarer Bedrohung. Gleichzeitig entwickelte sich Mutlangen zu einem Symbol des gewaltfreien Widerstands und der Friedensbewegung. Aus dieser Erfahrung folge bis heute eine klare Haltung: Sicherheit entstehe nicht allein durch militärische Abschreckung, sondern durch Dialog, Vertrauensbildung und internationale Zusammenarbeit.
Der Atomwaffenverbotsvertrag, der 2021 in Kraft trat, sei ein wichtiger Erfolg der Zivilgesellschaft, die den Prozess auf Ebene der Vereinten Nationen maßgeblich vorangetrieben habe. Bürgermeisterin Eßwein betonte zugleich die bestehende sicherheitspolitische Ambivalenz, stellte jedoch klar, dass neue oder zusätzliche Atomwaffen – auch in Europa – keine echte Sicherheit schaffen, sondern Risiken erhöhen.
Für die Kirchengemeinden sprach Colette Eisenhuth. Sie stellte die sogenannte Goldene Regel – „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihnen“ – in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen und plädierte dafür, dieses ethische Prinzip auch im politischen Handeln ernst zu nehmen. Der Atomwaffenverbotsvertrag sei ein notwendiger, wenn auch nicht vollkommener Schritt auf dem Weg zu einer friedlicheren Welt.
Silvia Bopp von der Friedenswerkstatt hob hervor, dass der Vertrag der erste internationale Vertrag sei, der konsequent auf die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen ziele. Besonders bemerkenswert sei, dass erstmals auch die Opfer früherer Atomtests sowie kontaminierte Gebiete berücksichtigt würden. Trotz internationaler Spannungen und Völkerrechtsbrüche müsse der Weg vertraglich vereinbarter Abrüstung weiterverfolgt werden.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem zu einer Mitmachaktion eingeladen: Über das Jahr hinweg sollen individuell gestaltete Postkarten mit persönlichen Forderungen an Abgeordnete, Ministerien und den Bundeskanzler versendet werden, um politischen Druck für Abrüstung und den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag aufzubauen.
Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von einem Gitarrenensemble der Musikschule Schwäbisch Gmünd unter der Leitung von Andreas Kümmerle. Die Veranstaltung knüpfte bewusst an das Friedensfest an, das im Juli am Flaggentag der Mayors for Peace erstmals in Mutlangen stattgefunden hatte, und machte deutlich: Friedensarbeit ist eine dauerhafte Aufgabe – auch und gerade auf kommunaler Ebene.
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