Dr. Erhard Bode, Vorstand der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd betonte, dass gerade die Ärzte aus dem ländlichen Raum durch die Bereitschaftspraxis entlastet würden. Er geht davon aus, dass künftig alle Ärzte – aus Stadt und Land – ca. 7 bis 8 Dienste pro Jahr leisten müssen. „Klinik und niedergelassene Ärzte entlasten sich gegenseitig“, sagt er. So versorgt die Zentrale Notaufnahme des Stauferklinikums die Patienten, die nach 22:00 Uhr Hilfe benötigen. Andererseits übernimmt die Zentrale Ärztliche Bereitschaftspraxis viele Patienten, die sonst an Samstagen und Sonntagen die Zentrale Notaufnahme aufsuchen würden.
Bode betonte, dass die Ärzte mit der Gründung der Zentralen Ärztlichen Bereitschaftspraxis absolutes Neuland betreten und bat seine Kollegen, die Orientierungsphase dazu zu nutzen, die Organisation der Zentralen Ärztlichen Bereitschaftspraxis auszuprobieren. Er dankte dem Landkreis und der Betriebsleitung des Stauferklinikums für die konstruktive Unterstützung und rasche Umsetzung des Projekts.
Landrat Pavel wünschte sich flächendeckend für den gesamten Ostalbkreis die Ansiedlung von Zentralen Ärztlichen Bereitschaftspraxen an den Kliniken. In Ellwangen an der St. Anna Virngrund-Klinik ist dies auch in diesen Tagen realisiert worden. „Aalen soll sich das Stauferklinikum zum Vorbild nehmen“, wünschte sich Pavel. Er sieht einen Mehrwert für alle 3 Zielgruppen: die Patienten haben kalkulierbare Wege. Sie werden am gleichen Ort versorgt und finden immer Hilfe. Die Ärzte im ländlichen Raum werden entlastet und die Klinikärzte können ihre Kompetenzen einbringen. Vorreiter sind hier die Kinderärzte, die bereits seit Jahren eine Notfallpraxis am Stauferklinikum betreiben.
Dr. med. Peter Krubasik, Vorsitzender Verein Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Region Schwäbisch Gmünd e. V., sprach die lange Vorgeschichte dieses Projektes an. Die zum Teil sehr kontroverse Diskussion um eine Zentrale Ärztliche Bereitschaftspraxis begann bereits vor 15 Jahren. „Doch damals waren die niedergelassenen Ärzte noch nicht soweit“. Jetzt habe sich die Einstellung geändert und das Vorhaben habe breite Zustimmung gefunden. Laut Krubasik wird es auch weiterhin einen ärztlichen Fahrdienst geben, der die immobilen Patienten an Mittwochen, an den Feiertagen und an den Wochenenden versorgt, so dass immer 3 bis 4 Ärzte im Einsatz sind. Krubasik ist optimistisch, dass die Patienten zufrieden sein werden.
Dr. med. Manfred Wiedemann, Ärztlicher Direktor des Stauferklinikums, zählte die zahlreichen Strukturen, Netwerke und Kooperationen auf, an denen niedergelassene Ärzte und ihre Kollegen aus den Kliniken beteiligt sind. Als Konsequenz des guten Einvernehmens sei eine einzige Anlaufstelle für Notfallpatienten geradezu zwangsläufig. „Wir bieten räumlich und strukturell die bestmöglichen Bedingungen“. Viele gute Kontakte werden dazu führen, dass nicht nur räumlich nebeneinander sondern miteinander gute Medizin für die Patienten gemacht wird.
Zum Abschluss bedankte sich Krankenhausdirektor Walter Hees bei Dr. med. Peter Krubasik, der in einer Einführungsveranstaltung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stauferklinikums wichtige Informationen über den Betrieb der Zentralen Ärztlichen Bereitschaftspraxis gegeben hat. Alle beteiligten Berufsgruppen werden dafür sorgen, dass die Neugründung zum Erfolgsmodell wird. Ein besonderer Dank galt Pflegedirektor Franz Xaver Pretzel, der für die Nutzung der Zentralen Ärztlichen Bereitschaftspraxis Räume im Erdgeschoss, die von der Pflegedirektion genutzt wurden, abgetreten hat. Der Umbau durch die Technische Abteilung des Stauferklinikums verlief schnell und unproblematisch, so dass jetzt 5 helle, modern gestaltete Empfangs- und Behandlungsräume auf die Patienten warten.
Krankenhausdirektor Hees heißte die ca. 115 Ärzte und 8 Arzthelferinnen, die die Zentrale Ärztliche Bereitschaftspraxis betreiben, herzlich am Stauferklinikum willkommen. Er wünschte sich für die Zukunft eine offene Kommunikationsstruktur und war sich sicher, dass im gemeinsamen Fokus das Wohl der Patienten stehen werde. Hees greift eine Anregung von Dr. med. Manfred Wiedemann auf: In einem halben Jahr treffen wir uns zu einem Erfolgsaustausch wieder“.
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